Archiv für Januar 2011

Aktueller Spenden- und Finanzierungsbedarf


In den in der aktuellen Übersicht (PDF-Datei) aufgeführten Arbeitsfeldern und Projekten besteht ein Finanzierungsbedarf für Kostenaufwendungen (ohne Berechnung von Arbeitszeit). Die Finanzierung der Arbeitszeit erfolgt bei den dort beschriebenen Verwendungszwecken (bisher) durch ehrenamtliche Tätigkeit (Zeitspenden der BearbeiterInnen). Es wird um Geldspenden auf unser Vereinskonto unter Angabe des jeweiligen Verwendungszwecks gebeten:

FBWE e.V.
Kasseler Bank
Kto. 614 5809
BLZ 520 900 00
Verwendungszweck: (FBWE-)Aufbau / monats-spiegel / Medienfreiheit
(entsprechenden Verwendungszweck bitte auswählen)

HINTERGRUNDFRAGE: Wie entsteht ein Spendenzweck bzw. wie wird aus Ihrem Anliegen vielleicht auch ein Spendenzweck, für den sich FBWE e. V. engagiert?
ANTWORT: Über die Auswahl der unterschiedlichen Spendenzwecke entscheidet der von den Mitglieder gewählte Vorstand des FBWE e. V., vorschlagsberechtigt sind jedoch alle Mitglieder des Vereins. Falls Sie nicht Mitglied dse FBWE e. V. sind, wenden Sie sich also bitte an ein Mitglied. Aus den Vorschlägen der Mitglieder wählt der Vorstand nach sorgfältiger Prüfung die Anliegen zu Spendenzwecken aus, für die sich der Verein engagiert.

Einladung zur Kooperationsveranstaltung

Das „Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung e.V.“ lädt alle Interessierten am 3.2. um 19.30 Uhr ins Rathaus in 88074 Meckenbeuren ein. Dr. Till Bastian vom Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.“, http://www.gegen-vergessen.de/, wird einen Vortrag halten, um auf die Gefahren einer fehlenden kollektiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hinzuweisen.

Der beispiellose Vernichtungsdrang, den das NS-Regime praktiziert hat, war nicht nur antisemitisch ausgerichtet, sondern erfasste auch andere missliebige, aus der Gemeinschaft ausgegrenzte Menschen: Behinderte und Homosexuelle, sowie Slawen, Sinti und Roma. Dieser Teil unserer deutschen Vergangenheit wurde mit dem Wiederaufbau und dem Erstarken der sozialen Marktwirtschaft häufig nicht ausreichend betrauert. Der beispiellose Vernichtungsdrang führte bei Opfern und auch bei Tätern zu traumatischen Erlebnissen, die bis in unsere Gegenwart wirken. Unbewältigte Traumata und verdrängte Schuld beeinflussen uns Menschen oft Zeit unseres Lebens. Kollektives Erinnern und individuelle Trauerarbeit sind deshalb notwendige Voraussetzung, um durch rechtzeitiges Vorbeugen die Wiederholung unmöglich zu machen. Die Vereinsvorsitzenden Martina Knappert-Hiese und Dr. Alfred Geisel führen in die Kooperationsveranstaltung ein und stehen mit dem Referenten zur weiteren Auseinandersetzung gerne Verfügung.

Weitere Infos und Anmeldung:
Martina Knappert-Hiese, Altmannweg 8, 88079 Kressbronn a. B.
www.fbwe.de · martina.knappert-hiese@freenet.de

Edith Garcia hat wieder warme Wohnung – Wirtschaft hilft auch bedürftigen Menschen

HNA_27.01.2011_klSeit letztem Dienstag, 25.01.2011, kann sich unser Vereinsmitglied Edith Garcia Chacon wieder über eine warme Wohnung freuen und ist eine Menge Ärger und Ängste los (Kurzvideo vom Einbau auf Youtube). Möglich wurde dieser erfreuliche Erfolg in ihrer Sache durch Einigung aller Beteiligten, Engagement aus der Wirtschaft und die vielen Spender und Unterstützer unseres Vereins. Auch das privatwirtschaftlich geführte Medienhaus HNA, www.hna.de, verdient bei diesem Ergebnis einen Dank für ausgewogene Berichterstattung: Nicht die Suche nach Schuldigen stand im Vordergrund, sondern die sachliche Berichterstattung und Interesse an der Überwindung der unglücklichen Situation. Dazu Andreas Stein, Vorsitzender des im März 2010 gegründeten FBWE: “Wir sind sehr glücklich mit diesem Ergebnis. Und wir haben bei der Arbeit daran selbst noch viel dazulernen können. Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule machen und Anregungen geben kann, auch schwierige Aufgabenstellungen anzugehen. Wirtschaft dient nicht allein dem eigenen Gewinn, sie kann auch bedürftigen Menschen helfen. Hier haben wir ein schönes Beispiel erlebt. Ich danke herzlich auch im Namen aller Mitglieder den Helfern und Unterstützern!”

Mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen konnte der FBWE e. V. die noch fehlenden rund 350,- Euro überbrücken, um Ediths neue Therme vorzufinanzieren. Nun ist das Vereinskonto leergeputzt.
Inzwischen haben sich jedoch weitere Personen gemeldet, die unverschuldet in Not geraten sind. Deshalb der Aufruf und die Bitte: Helfen Sie uns bei unserer Arbeit, verbreiten Sie diesen Aufruf, werden Sie Mitglied - oder leisten Sie eine Spende, damit wir helfen können:

FBWE e. V.
Kasseler Bank
Kto: 614 5809
BLZ: 520 900 00
Verwendungszweck: »FBWE-Aufbau«

Nie mehr Müll – Leben ohne Abfall

Einfach alles wegwerfen – ohne schlechtes Gewissen und ohne Abfall zu produzieren. Das ist die Vision von Michael Braungart. Der Umweltchemiker nennt sein Konzept cradle to cradle.
Eine Welt ohne Müll sei laut Braungart keine Utopie:
http://www.zeit.de/2009/47/T-Cradle-to-Cradle

Abfall = Nahrung

Prof. Dr. Michael Braungart:
„Die Natur produziert seit Jahrmillionen völlig ineffizient, aber effektiv. Ein Kirschbaum bringt tausende von Blüten und Früchten hervor, ohne die Umwelt zu belasten. Im Gegenteil: Sobald sie zu Boden fallen, werden sie zu Nährstoffen für Tiere, Pflanzen und Boden in der Umgebung.”

http://braungart.com
http://mcdonough.com/full.htm
http://www.amazon.de/Die-n%C3%A4chste-industrielle-Revolution-Cradle-Community/dp/3434506160/

Wir suchen nun eine oder mehrere Banken

Unser erstes “Modellprojekt” im FBWE ist nun fast fertig. Wenn nächste Woche die Therme bei Edith Garcia Chacon eingebaut wird, werde ich das auch noch mit Video dokumentieren. So kommt unser Verein an die Dokumentation/das Schulungsmaterial für unser Pilotprojekt. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich alles schnell herumspricht, damit vielen Menschen geholfen werden kann. Wenn es allein in Kassel 500 Fälle jährlich (bei 200.000 Einwohnern) gibt (siehe: http://www.fbwe.de/?p=748), sind es in ganz Deutschland vielleicht 200.000 Bedarfsfälle (0,25% der Bevölkerung) und ein Investitionsbedarf von 400 bis 600 Millionen Euro im Jahr. Das würde schon ein paar Menschen Arbeit verschaffen, weshalb ich diese Schätzung des jährlichen Marktpotentials innerhalb Deutschlands in der kommenden Zeit etwas genauer als bisher untersuchen möchte. Auch dafür suchen wir eine oder mehrere interessierte Bank(en).

Hier die ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Projektstatus: Modellprojekt »Edith«

Weitere Informationen auf http://www.fbwe.de/ und über andreas.stein@fbwe.de

Kooperationsveranstaltung des FBWE mit “Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.”

Am 3.2.2011 um 19.30 Uhr findet im Rathaus, 88074 Meckenbeuren (Bodenseekreis), ein Vortragsabend mit Dr. Till Bastian statt.
Der von Joachim Gauck gegründete Verein bemüht sich aktiv um die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Vergangenheiten – DDR- und Nazi-Diktatur. Eine nähere Beschreibung des Abendthemas erfolgt in Kürze.

Weitere Infos:
Martina Knappert-Hiese, Altmannweg 8, 88079 Kressbronn a. B.
www.fbwe.de · martina.knappert-hiese@freenet.de

Zwischenstand Projekt »Edith«

Nachdem sich Edith Garcia Chacon am 11.01.11 im Rahmen einer mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht Kassel mit ihrem Vermieter einigen konnte (Vergleich), soll nun folgendes geschehen: Die Wohnungstherme (Heizung und Warmwasser) soll repariert bzw. ausgewechselt werden.
Durch diesen guten und erfreulichen Fortschritt kommt ein Ende des Projektes in Sicht. Wenn die Reparatur bzw. der Austausch der Therme erfolgreich vorgenommen worden ist, wird es an dieser Stelle (Internetpräsenz des FBWE) dazu einen Abschlußbericht geben.

Kurzanalyse Euro-Krise 2010

Von Aeneas Weckenmann

Im Nachklang der aktuellen Finanzkrise stellte sich heraus, dass bestimmte Staaten, die s. g. PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien), kurz davor standen und noch stehen, die Haushaltsschulden nicht mehr refinanzieren zu können. Dies verursachte einen Teufelskreis: Wenn ein Staat kurz vor der Insolvenz steht, haben Kapitalgeber Angst um ihr Geld und verlangen höhere Risikozuschläge auf die Zinsen, diese wiederum sind noch schlechter vom betroffenen Land zu bedienen und das Land rückt der Zahlungsunfähigkeit noch näher. Als erstes wurde Griechenland insolvent und bekam eine Bürgschaft durch andere Mitgliedstaaten, insbesondere Deutschland, damit die Zinsen für griechische Staatsanleihen sich in einem zahlbaren Rahmen halten. Zusätzlich kaufte die Europäische Zentralbank (EZB) 25 Mrd. € griechische Staatsanleihen mit neu geschöpftem Geld auf. Um die anderen Staaten im Fall der Fälle gezielt abfangen zu können, wurde der Europäische Stabilisierungsmechanismus als eine Art Sicherungsfonds ins Leben gerufen. 60 Mrd. € werden direkt aus den Haushalten der Mitgliedsländer finanziert, 440 Mrd. € können als europäische Anleihen am Kapitalmarkt emittiert werden. Die Mitgliedsstaaten treten hier als Bürgen auf. Weitere 250 Mrd. € will der IWF bereitstellen. Vor kurzem beantragte Irland einen Platz unter dem Rettungsschirm.

Ist der Euro in Gefahr?

In erster Linie besteht die Sorge über eine Inflation, die weit über das gewöhnte Niveau von 1 – 2 % hinaus geht. Darüber hinaus besteht die Sorge, dass der Euro daran zerbricht und die Euroländer den Euro durch einzelstaatliche Währungen wieder ersetzen.

Ist die Rückkehr zu einer nationalen Währung ein Problem?

Wenn die (partielle) Auflösung des Euros ein Problem sein könnte, muss der Euro Vorteile haben, die diese Probleme beseitigen. Dafür gilt es zunächst einmal zu verstehen, was das  besondere am Euro ist: Er ist eine staatenübergreifende Währung. Der entscheidende Vorteil einer solchen Währung ist, dass keine administrativen Kosten, wie z. B. Kosten durch mehrere Zentralbanken, Preisanpassungsprozesse bedingt durch Wechselkursschwankungen und Spekulationsgewinne (bsw. George Soros vs. Bank of England, 1992) entstehen. Ansonsten haben einheitliche Währungen keinen Vorteil. Es wird zwar angenommen, dass es weitere gibt, dazu möchte ich aber folgendes sagen:

Es wird häufig angeführt, ein Staat könne mit Hilfe einer nationalen Währung die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Das stimmt. Wertet ein Staat seine Währung ab, können ausländische Käufer billiger Ware des abwertenden Staates erwerben. Nur derselbe Effekt wird provoziert, wenn das an Wettbewerbsfähigkeit verlierende Unternehmen seine Preise senkt. Das kann zwar Entgeltkürzungen und Gewinnrückgänge zur Folge haben und damit alles andere als einfach für das Unternehmen sein, diese aber sind lediglich deutlicher sichtbar, denn auch eine Abwertung würde die Entgelte und Gewinne entwerten und Preisanpassungen nach sich ziehen. Schließlich werden Importe teurer.

Im Rahmen dieser Argumentation wird häufig gemutmaßt, es würde eine drastische Aufwertung bei einer Wiedereinführung der D-Mark geben. Erstens weiß ich nicht, wieso das passieren sollte und zweitens haben auch in diesem Fall Unternehmen die Möglichkeit ihre Wettbewerbsfähigkeit durch eine Preisanpassung zu erhalten.

Auch kann ein Staat dann die Währung zwar nicht abwerten, aber sie stärker inflationieren, wenn er überschuldet ist. Er lässt von der Zentralbank Staatsanleihen zu günstigen Konditionen aufkaufen und profitiert kurzfristig von neuer Liquidität, mit der er alte Schulden bedienen kann. Schlussendlich wird die begrenzte Kaufkraft nur zu Gunsten des Staates umverteilt und zusätzliches Geld geschaffen, welches bei konstanter Wirtschaftsentwicklung die Preise treibt. Das wäre auch durch Steuererhöhungen möglich, was die transparentere Alternative darstellt, volkswirtschaftlich allerdings keine nennenswerten Unterschiede aufzeigt, schließlich müssen die Ausgaben wenn nicht heute, dann in Zukunft wegen der neuen Schulden über Steuern bedient werden. Es ist deswegen jedem Staat zu empfehlen, sich grundsätzlich nicht zu verschulden (Siehe dazu meinen Artikel „Muss ein Staat Schulden machen?“ vom 26.10.2010) – Ausnahmen bilden starke Volatilität bei dem Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben, wie sie z. B. mittelfristig bei Entwicklungsländer anfallen, die später große Steuergewinne durch vorhergehende Investition in Infrastruktur erwarten.

Eine staatenübergreifende Währung ist wünschenswert, die Nachteile einer nationalen Währung sind aber nicht so groß, als dass man sie nicht mehr einführen könnte – Es besteht meines Erachtens schlicht kein Grund dazu. Ich gehe sogar noch weiter und plädiere für eine weltweit einheitliche Währung, das ist aber ein anderes Thema.

Besteht die Gefahr einer Inflation?

Wenn die EZB zusätzlich Geld emittiert, um bsw. die Schulden von zahlungsunfähigen Staaten, wie Griechenland oder Irland auf zu kaufen, ist eine Inflation sicher – wenn die Wertschöpfung nicht zu nimmt. Die Stärke der Inflation ist allerdings davon abhängig, um wie viel Prozent die Geldmenge erweitert wird. Ein nennenswertes übermäßiges Wachstum der Geldmenge (die M3 beträgt aktuell ca. 9 Bio. €) durch die Mitte 2010 seitens der EZB gekauften griechischen Staatsanleihen (25 Mrd. €), ist allerdings nicht beobachtbar. Diese neuen griechischen Staatsanleihen allein vernichten den Wert des Euros also nicht nennenswert. Schwierig wird es, wenn zur Rettung von Irland, Spanien, Portugal und Italien in großem Umfang Geld emittiert wird. Genaue Zahlen kann ich nicht nennen, man sollte allerdings hellhörig werden, wenn auch diese Staaten mit „frischem“ Geld gerettet werden sollen und sich genau erkunden, welche Menge zusätzlich geschöpft wurde.

Eine gewisse Gefahr besteht also, da noch nicht genau geklärt ist, wie es mit den bonitätsschwachen Staaten weiter geht. Irland bekommt bsw. schon 85 Mrd. € aus dem Europäischen Stabilisierungsmechanismus. Letztendlich bleibt allerdings offen, ob die daraus entstehenden Liquiditätsengpässe bei den Mitgliedsstaaten durch die EZB mit „frischem“ Geld aufgefangen werden.

Ist der Euro also in Gefahr?

Es besteht eigentlich kein Grund den Euro zu inflationieren oder sich gänzlich von ihm los zu sagen. Die Probleme liegen in den Staaten selbst. In jenen, die sich durch problematische Haushalte in die Insolvenz oder in die insolvenznahe Situation gefahren haben, und jenen, die diese Geldnot durch Bürgschaften und Geldern abnehmen.  Dennoch besteht die Gefahr, dass eine Inflation erfolgt und/oder Länder aussteigen. Beides nicht wünschenswert, da die betroffenen Wirtschaften Anpassungsprozesse durchführen müssen, die Produktivität kosten.

Wie sollte es weiter gehen?

Es ist im Grunde recht einfach:

Sobald die von der Insolvenz bedrohten Staaten Haushalte vorlegen können, die die

Finanzmärkte überzeugen, sinken die Zinsen und die Refinanzierung wird einfacher.

Und das Potenzial ist enorm. Die meisten Staaten haben eine sehr ineffiziente Verwaltungsstruktur. Deutschland ist da nicht ausgenommen, besonders stark ausgeprägt ist die Situation bsw. in Griechenland:

  • Im Geschäftsklimaindex der Weltbank liegt Griechenland auf Platz 109 von 183 wegen großer bürokratischer Hürden bei Gründungs- und Arbeitsgesetzgebung.
  • Knapp 25 % der griechischen Arbeitnehmer sind im Staatsdienst, in der Bundesrepublik sind es 14 %.
  • Darüber hinaus werden Steuern lax eingetrieben.
  • Griechenland hat in Europa mit die höchsten Prokopfwehrausgaben prozentual zum BIP betrachtet. Das ist Angesichts der Mitgliedschaft in der EU völlig unangemessen.
  • Griechenland hat eine Schattenwirtschaft die rund 25 % des BIP ausmacht, in Deutschland liegt diese hingegen bei 15 %.

Fünf Punkte, die, wenn man sie entsprechend optimiert, Signale an die Finanzmärkte senden können. Ähnliches gilt für die anderen PIIGS-Staaten. Mir ist sehr bewusst, dass ein solcher Anpassungsprozess alles andere als leicht für die Länder werden kann, schließlich müssen einige Stakeholder von Belastungen überzeugt werden oder der Widerstand ertragen werden, die Vorteile aber sind entsprechend enorm:

  • Steigende Wettbewerbsfähigkeit
  • Verbesserte Refinanzierung, zum einen durch günstigere Zinsen zum anderen durch weniger Bedarf neuer Kredite
  • Schaffung von schuldfreiem materiellen Wohlstand

Irland aber, ein Land, das sich durch seinen übergroßen Bankenapparat und die Rettungsmaßnahmen in der Finanzkrise in eine Insolvenz getrieben hat, muss man gesondert betrachten. Hier wird die grundsätzliche Frage aufgeworfen, wie man Finanzkrisen in Zukunft vermeidet, bzw. ob man überhaupt mit den Rettungspaketen reagieren sollte. Dies im aktuellen Fall getan zu haben, war meines Erachtens nicht falsch, da durch die Entwicklung der sub-prime-Kredite in den USA eine entsprechende Reaktion seitens des Staates sowieso eingepreist war, was die Verantwortlichen in den Banken höchstwahrscheinlich allerdings nicht zugeben wollen würden, da man das schon schlechte Bild in der Öffentlichkeit so noch weiter verschlechtert. Man kann Irland zwar vorwerfen, dass sie durch sehr niedrige Unternehmensbesteuerung viele Konzerne, insbesondere Banken, ins Land gelockt haben und es die Krise selbst verschuldet hat, aber Irland hat gemacht, was alle anderen Länder auch gemacht haben, nämlich die Bank gerettet. Wären die Banken nicht überproportional in Irland vertreten gewesen, wären sie in den Ländern geblieben, die jetzt für die irische Bankenkrise zahlen. Ein Vergleich mit den anderen PIIGS-Staaten ist also so nicht möglich.

Das Argument, Deutschland habe vom Euro überproportional profitiert, weil dieser einen besonders gewinnträchtigen Export ermöglicht, und müsse deshalb besonders für die anderen EU-Staaten einspringen, ist hanebüchen. Wie bereits erläutert liegen die Vorteile einer einheitlichen Währung lediglich darin, dass administrative Kosten wegfallen von denen alle beteiligten gleichermaßen profitieren. Wenn inländische Unternehmen eine schlechte Preispolitik betreiben, können ausländische Unternehmen nichts für den Untergang der ersteren.

Fazit

Die PIIGS-Staaten haben schlicht über ihre Verhältnisse gelebt, haben aber die Potenziale ihre prekäre Situation aus eigener Kraft zu ändern. Für die Krise im eigenen Land sind sie selbst verantwortlich; für die Euro-Krise sind allerdings die Staaten verantwortlich, die meinen, man könne mit Bürgschaften, einer daraus möglich resultierenden Inflation oder einem Austritt aus dem Euro die Krise abwenden.

Edith Garcia Chacon: HNA berichtet – Geschäftsführer des Mieterbund stellt Hintergründe dar

HNA_04.01.2010_kl

Bericht mit Hintergründen aus Sicht des Mieterbunds in der heutigen HNA, www.hna.de (Mausklick zur Vergrößerung).

Bereits am 03.01.2011 erschien auf HNA ONLINE: http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/mieterin-edith-garcia-chacon-kaempft-eine-funktionierende-heizung-1067819.html