Archiv für März 2010
Qualifizierte Beiträge, Mitarbeit und Kooperation erwünscht
Was können Sie tun, wenn Sie sich für die Arbeit von »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, www.fbwe.de, interessieren und diese unterstützen möchten?
- Senden Sie ein Email an newsletter@fbwe.de, um in den Newsletterverteiler aufgenommen zu werden und so über aktuelle Aktivitäten informiert zu werden.
- Treten Sie in den persönlichen Austausch zu den Mitgliedern des Vereins.
- Machen Sie Freunde und Bekannte auf unser kooperatives Zukunftsforum aufmerksam. Werben Sie für gezielte, ergebnisorientierte Zusammenarbeit.
- Werden Sie aktives Mitglied. Bieten Sie Ihren persönlichen Beitrag in Form von Ideen, Fragestellungen, Projektskizzen und Mitarbeit in einem Projekt an.
- Unterstützen Sie die Arbeit des Vereins mit Geld-, Sach- oder Zeitspenden.
Lob der Pause
Von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn
Einer der neueren Titel in der Reihe quergedacht aus dem Oekom Verlag lautet doch tatsächlich “Lob der Pause”. Man mag es kaum glauben, dass der Autor Karlheinz Geißler uns belehren will, warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind, wie der Untertitel verspricht.
Mal ehrlich – Hand aufs Herz – vom Stress haben wir doch alle genug, oder nicht? Im deutschen Sprachschatz gibt es genügend Beispiele, die in die gleiche Richtung zielen, wie z.B. Gut Ding will Weile haben! Wenn Sie nachdenken, fällt Ihnen sicherlich auch ein derartiger Ausspruch ein. Doch hilft uns in den Zeiten der Krise dieses traditionelle Wissen überhaupt noch weiter? Ich befürchte, dass wir alle unte unter Stress stehen und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Ja, uns zudem noch ständig zwischen Ansprüchen und Notwendigkeiten hin und her bewegen und kaum zur Reuhe kommen. Wenn dann jemand noch Themen auf die Tagesordnung bringt, die scheinbar vom eigentlichen Ziel abweichen, dann verwechseln viele die Botschaft mit dem Überbringer der Botschaft. So ist es mir jedenfalls schon häufiger passiert – auch im Gemeinderat von Kressbronn, in dem ich mir gemeinsam mit meinen Unterstützern einen Platz ergattert habe. Wer in seiner heilen Welt lebt, der ist zwar zu beneiden, doch er sollte sich die Frage gefallen lassen, ob die rosarote Brille ihn nicht von einer adäquaten Wahrnehmung der Wirklichkeit ablenkt.
Wie dem auch sei, das genannte Büchlein gibt einen bemerkenswerten Überblick über unseren Umgang mit Zeit! Dabei ist zu bedenken, dass das individuelle Zeitmanagement natürlich auch gesamtgesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen beeinflussen kann. In der wirtschaftlichen Nutzung menschlicher Zeitressourcen liegen der Gewinnlogik zufolge noch ungeahnte Potentiale, die es folglich zu erschließen gilt. Und so sind in der IT-Branche inzwischen Arbeitsplattformen entstanden, die ein schnelles Wechseln zwischen unterschiedlichen Projekten problemlos ermöglichen und doch jeweils alle relevanten Daten und Ansprechpartner einem direkten Zugriff zugänglich machen.
Kreativität ade – gefragt sind lediglich die persönlichen Kompetenzen im Bereich des symbolischen oder expliziten Wissens, das an anderer Stelle auch noch gesammelt und abrufbar vorhanden ist. Der Mensch, der von seiner Natur aus zwischen gut und böse unterscheiden kann, ist dann am besten im ökonomischen Prozess zu gebrauchen, wenn er über seine potentiellen Zweifel erhaben ist und fast so gut oder noch besser wie eine Machine funktioniert. Wer sich derartig knechten lässt, dem fehlt möglicherweise ein gesunder Ausgleich. Lesen sie Geißlers Lob der Pause und korrigieren Sie ggfls. die eingeschliffenen pathologischen Verhaltensweisen und Zwänge, um ihre Menschlichkeit nicht dem System zu opfern. Mutter Erde und ihre Kinder werden’s Ihnen danken!
Das Büchlein trägt folgende ISBN: 978-3-86581-200-1
Gemeingüter – Wohlstand durch Teilen
Von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn
Der Report der Heinrich-Böll-Stiftung erklärt Wissenswertes rund um die Thematik Gemeingüter, Commons, Allmende. Seit 2009 der erste Wirtschaftsnobelpreis an eine Frau ging, die ihr Lebenswerk der Erforschung dieses wichtigen Themas gewidmet hat, sollte der interessierten Öffentlichkeit ihre wissenschaftliche Arbeit aufbereitet zur Verfügung stehen. Vier namhafte Autoren (Helfrich/ Kuhlen/ Sachs/ Siefkes) haben deshalb Wissenswertes dazu in einem leicht zugänglichen Überblick zusammengefasst, dessen Lektüre sehr zu empfehlen ist.
In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel und sichtbarer ökologischer Zerstörungen wird es in kommunalen, regionalen und nationalen Zusammenhängen zunehmend wichtiger, alle Bürgerinnen und Bürger an der Verwendung und Nutzung von Gemeingütern zu beteiligen. Dass Kopenhagen gescheitert ist und die Staatengemeinschaft es nicht erreichte, einen verbindlichen Vertrag über die Nutzung des Gemeingutes Klima zu verabschieden, ist eine Tragik unserer Gegenwart. Wer bei Verhandlungen zur Verwendung von Gemeingütern nicht bereit ist, die eigenen Bedürfnisse auf der Basis überlebenswichtiger Notwendigkeiten anderer Menschen und Völker zu überdenken, der hat die Zeichen unserer Zeit noch nicht kapiert. Wir müssen aufhören in veralteten Kategorien von Wettbewerbsvorteil, Gewinnmaximierung und Kosten-Nutzen-Analysen zu denken, wenn wir internationale Verhandlungen zu Gemeingütern führen.
Wir sitzen alle im gleichen Boote und sollten verstehen, dass wir nur miteinander und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten können. Ein Verständnis verschiedener Formen von Gemeingütern ist dazu unerlässlich! Dass Wohlstand nur durch neue Formen des Teilens dauerhaft gesichert werden kann, gehört leider noch nicht zum Gemeingut Wissen, über das die Menschheit heute verfügt.
Der Report trägt die ISBN 978-3-86928-020-2 und sei zur Lektüre dringend empfohlen.
BILDUNG gegen BURNOUT
Ein Veranstaltungskonzept von »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, www.fbwe.de
Der gesellschaftliche Verlust von Maß und Mitte zeigt vielfältige Symptome: Während die Finanzwirtschaft ganze Staaten an den Rand von Katastrophen treibt und dafür Millionenboni erhält (teilweise auch noch durch Steuern mitfinanziert), eröffnen Politiker einen Wettbewerb im verbalen Wettprügeln auf Hartz-4-Empfänger. Klimazocker stehlen der Welt in Kopenhagen das Zukunftsvertrauen in unseren Planeten. In der Arbeitswelt breitet sich die Forderung nach Höchstleistungen ohne Mindestlöhne aus. Immer mehr Sicherungen der Vernunft brennen durch und werden in Folge als „nicht mehr finanzierbar“ erklärt. Soziale Bindungen und Beziehungen gelten als Ressource, die im Wettbewerb um Erfolg selbstverständlich zu nutzen und möglichst aufzubrauchen sind. Jeder ist sich selbst der Nächste. “Gas geben – bloß nicht anhalten!” scheint die Devise der Stunde zu sein. „Grenzen gab´s gestern!“ lügt uns die Werbung eines Mobilfunkanbieters vor. Und so überfahren wir ein Warnsignal nach dem nächsten.
Aber dann ist irgendwann plötzlich Schluß, es setzt die totale Erschöpfung und Lähmung ein. Kollaps. Nichts geht mehr.
Was treibt Menschen an den Rand der Selbstzerstörung? Ist es die Sucht nach Erfolg oder die Angst vor Versagen? Oder ist es einfach der Eingangs erwähnte Verlust von Maß und Mitte, die tagtägliche Unsicherheit über die Erwartungen, denen wir entsprechen sollen und wollen, die Hilflosigkeit in der wir uns wiederfinden, wenn wir offen und laut sagen sollen, was gut ist und was schlecht?
Ausgeglichenheit und innere Standfestigkeit – Persönlichkeitsmerkmale eines ganzheitlichen Bildungsideals – werden oft erst als Wert erkannt, wenn sie verloren sind. Gleichzeitig sind sie in Zeiten der Krise ein wichtiges Basiskapital, ein Grundstock auf den wir unsere Zukunft bauen.
Die Veranstaltung BILDUNG gegen BURNOUT will einen Beitrag leisten, der Selbstverantwortung zur Stabilität neue Nahrung zu geben. Dazu reflektieren Experten und Betroffene aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Kriterien von Leistungen und Fehlleistungen bei der gesunden Bewältigung unserer Arbeit und der erfolgreichen Vermeidung von Überschöpfung.
Zur Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung mit Podiumsdiskussion nach dem hier vorgestellten Konzept sucht das »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, www.fbwe.de, Experten und Betroffene mit ihren Erfahrungen sowie Sponsoren für die Finanzierung. Diese wenden sich bitte an Martina Knappert-Hiese, martina.knappert-hiese@fbwe.de, oder Andreas Stein, andreas.stein@fbwe.de.
»Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« gründet einen eingetragenen Verein

Nach erfolgreicher Gründungsveranstaltung (v.l.n.r.): Anton Budde, Markus Wissel, Victoria Kosakowski, Axel Pormetter, Martina Knappert-Hiese, Grit Wunderlich und Andreas Stein
Kassel. Am 06.03.2010 hat das »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« auf Einladung seiner Initiatoren in Kassel eine Gründungsveranstaltung zur Eintragung in das Vereinsregister und nachfolgender Beantragung der Gemeinnützigkeit durchgeführt. Nach Begrüßung der Anwesenden und einem Bericht über die bisherigen und die beabsichtigten Aktivitäten entwickelte sich zügig ein lebendiger Austausch zum Gegenstand und Zweck des Engagements. Daran anschließend erfolgte die eigentliche Gründung mit Verabschiedung der Satzung, der Beitritt aller Anwesenden als Mitglieder sowie die Vorstands- und Beiratswahl. Zum 1. Vorsitzenden wurde Andreas Stein, zur 2. Vorsitzenden Martina-Knappert-Hiese gewählt. Für den Beirat wurden Grit Wunderlich und Anton Budde gewonnen und gewählt.
Zum Schluß der Gründungsveranstaltung wurde durch die Mitgieder über die Konkretisierung der kommenden Aktiviten beraten. Dabei wurde erneut der gemeinsame Wunsch deutlich, eine wirksame und zukunftsfähige (Bildungs-)Arbeit zu gestalten. Diese soll in den »Themenschwerpunkten 2010« aus der Theorie zu einer neuen Praxis im Denken, Reden und Handeln befähigen und gezielt durch projektorientierte Basisarbeit verwirklicht werden. Aktive Öffentlichkeitsarbeit wird parallel ein bedeutender Baustein sein. Dazu soll die bereits vorhandene Präsenz des »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« im Internet unter www.fbwe.de genutzt und ausgebaut werden, über die alle aktiven Mitglieder zukünftig als Ansprechpartner erreichbar sein werden: Interessenten zum Thema Bildung, Wirtschaft und Entwicklung sind herzlich eingeladen, den Kontakt zum Austausch und zur Zusammenarbeit herzustellen.
Kontrollverlust und die Angst davor
Deutlich wahrnehmbare Phänomene der letzten 10 Jahre – besonders im Zusammenhang mit der wachsenden Informationsvernetzung durch Internet und Mobiltelefone - sind KOMPLEXITÄT und VOLATILITÄT. Während wir uns zunehmender Komplexität ausgesetzt fühlen, weil wir die Masse der auf uns einströmenden Informationen und Nachrichten nicht mehr überschauen und verarbeiten können, nehmen wir Volatilität wahr, wenn sich für sicher gehaltene Zusammenhänge und Erwartungen plötzlich auflösen oder in ihr Gegenteil verkehren. Beide Phänomene konfrontieren uns mit der Erfahrung des Kontrollverlustes oder lösen Ängste davor aus.
Nun ist auf FAZ.NET ein Blog zum Thema Kontrollverlust im Internet entstanden, der beachtenswert erscheint. Deshalb an dieser Stelle der Link auf http://faz-community.faz.net/blogs/crtl-verlust/default.aspx
Mehr Dünger für`s Hirn
Gerald Hüther über das, was unser Hirn bis ins hohe Alter braucht: Beisterung
Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, mit dem Sie sich damals als kleines Kind auf den Weg gemacht haben? Mit dieser unglaublichen Offenheit, mit dieser Gestaltungslust und Entdeckerfreude und vor allem: mit dieser den ganzen Körper durchströmenden Begeisterung über sich selbst und über all das, was es damals alles zu entdecken und zu gestalten gab. Zwanzig bis fünfzig mal am Tag erlebt ein Kleinkind diesen Zustand und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zur Aktivierung der emotionalen Zentren im Gehirn. Die dort liegenden Nervenzellen haben lange Fortsätze, die in alle anderen Bereiche des Gehirns ziehen. An den Enden dieser Fortsätze wird dann ein Cocktail von sog. neuroplastischen Botenstoffen ausgeschüttet. Und die bringen nachgeschaltete Nervenzellverbände dazu, verstärkt Eiweiße herzustellen, die für das Auswachsen neuer Fortsätze, für die Bildung neuer Kontakte und für die Festigung und Stabilisierung all jener Verknüpfungen gebraucht werden, die im Hirn im Zustand der Begeisterung, also zur Lösung eines Problems, zur Bewältigung einer neuen Herausforderung aktiviert worden sind. Deshalb wird man bei all dem, was man mit Begeisterung macht, auch so schnell immer besser. Jeder kleine Sturm der Begeisterung führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn die Gießkanne mit dem Dünger angestellt wird, der für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht wird. So einfach ist das: Das Gehirn wird so, wie und wofür man es mit Begeisterung benutzt.
Und jetzt können wir uns fragen, wie es kommt, dass wir uns für Manches begeistern und für Anderes nicht und … [Lesen Sie den vollständigen Text von Gerald Hüther als PDF]
Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft: Regionalbüros nehmen Arbeit auf
Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Ob Design, Film, Musik, oder bildende Kunst – die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche, mit rund 238.000 Unternehmen und knapp einer Million Erwerbstätigen. Um die Wettbewerbsfähigkeit dieser Zukunftsbranche weiter zu steigern, hat die Bundesregierung vor zwei Jahren die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet.
Um diese Initiative zu unterstützen, wurde im letzten Jahr das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Eschborn eröffnet. Derzeit werden acht Regionalbüros eingerichtet, um die Arbeit des Kompetenzzentrums vor Ort zu verankern. Ihre Aufgabe wird es sein, in den Regionen individuelle Angebote wie Orientierungsberatungen, Sprechtage und die regionale Vernetzung der Akteure zu organisieren. In persönlichen Einzelgesprächen und bei Veranstaltungen sollen Informationen zu Markt- und Arbeitsbedingungen, kaufmännischer Professionalisierung und zu Fördermöglichkeiten vermittelt werden.
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle: „Mit dem neuen regionalen Angebot wollen wir den Kulturschaffenden und Kreativen den Weg zu bestehenden Service-, Beratungs- und Förderangeboten weisen. Wir wollen insbesondere jungen Gründern und Talenten Business-Know-how an die Hand geben.“ Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Staatsminister Bernd Neumann, erklärte dazu: „Die von BMWi und BKM ins Leben gerufene Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft hat einen hohen Stellenwert. Diese Branche ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie setzt auch kulturelle und kreative Maßstäbe. Mit der Einrichtung der Regionalbüros des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft ist unsere Initiative einen entscheidenden Schritt voran gekommen. In den Regionalbüros erhalten Künstler und Kulturschaffende konkrete und individuelle Unterstützungsangebote für ihre kreative Arbeit.“
Eingerichtet werden jeweils Regionalbüros für
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin/Brandenburg
- Bremen/Niedersachsen
- Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg Vorpommern
- Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland
- Nordrhein-Westfalen
- Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen.
Die Kontaktdaten und weitere Informationen finden Sie unter: www.rkw.de/projekte/kompetenzzentrum-kultur-und-kreativwirtschaft/. Im Rahmen von Veranstaltungen vor Ort wird die Bundesregierung die Einrichtung der Regionalbüros gemeinsam mit den Ländern zeitnah öffentlich bekannt machen. Zielgruppen der Veranstaltungen sollen dabei insbesondere die regionalen Multiplikatoren sowie Vertreter der Kulturund Kreativwirtschaft sein. Interessenten sind gebeten, sich beim Kompetenzzentrum zu melden (kreativ@rkw.de).
Weitere Informationen zum Kompetenzzentrum und zur Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft finden Sie unter www.bmwi.de/go/kultur.
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Scharnhorststraße 34-37
10115 Berlin
www.bmwi.de
Pressestelle
TEL +49 30 18615 6121 und 6131
FAX +49 30 18615 7020
E-MAIL pressestelle@bmwi.bund.de
Einladung zur OpenSpace-Veranstaltung “AufbruchBildung!” am 20. März 2010
Hintergrund
Deutschland befindet sich im Bildungsbereich im internationalen Vergleich laut PISA-Studien im Abseits. Während es punktuelle positive Entwicklungen gibt, sind die Schülerinnen und Schüler in Deutschland bei Basiskompetenzen wie dem Lesen bestenfalls Mittelmaß. Experten sind sich einig: Das Problem liegt im System.
Die Aufgabe der Schule ist die Förderung Entwicklung der Schüler zu mündigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Sie soll Bildung, also Wissen, Fähigkeiten und Werte im Unterricht gezielt vermitteln – und so die Schüler auf das Leben vorbereiten. Davon hat sich Schule, besonders in Deutschland, aber immer weiter entfernt: Das reale Leben ist vielfältig und nicht einförmig, bunt und nicht grau, spannend und nicht vorbestimmt. Wunderbare Beispiele zeigen, wie Lernen bereits heute gelingen kann. Herausragende Leistungen dokumentiert Reinhard Kahl in seiner hervorragenden Dokumentations-DVD “Treibhäuser der Zukunft” (http://www.archiv-der-zukunft.de), besonders hervorgehoben werden u.a. hier die Bodenseeschule in Friedrichshafen und die Jena-Plan-Schule in Jena.
Ziel der Veranstaltung
Wir wollen von Seiten der Bürgerinnen und Bürger die Bildungslandschaft verändern, da das Schulsystem selbst immun gegen Veränderung ist. Wir wollen rasch handeln, da bei weiteren Verzögerungen unsere Kinder die Leidtragenden sein werden. Um kreative Ideen von der Basis zu sammeln, findet am 20. März die landesweite OpenSpace-Veranstaltung statt. Schwerpunktthema ist die neue Schule, die sogenannte Vielfaltschule mit folgenden Merkmalen:
- Bis zur 9. Klasse werden Schüler aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien gemeinsam unterrichtet
- Die Schüler werden in Jahrgänge übergreifenden Klassen (jeweils drei Jahrgänge) zusammengefasst
- Alle Schüler, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ob Anhänger einer bestimmten Religion, oder mit oder ohne Behinderung werden integriert.
Ort
In allen 44 Kreisen und kreisfreien Städten in Baden-Württemberg – jeweils in einer Stadt des Landkreises.
Termin
Am 20. März 2010 von 10.00 bis 15.00 Uhr
Ablauf der Veranstaltung
Die Veranstaltungen werden jeweils vor Ort von einem Ansprechpartner organisiert. Die Teilnehmer geben eigene Themen ins Plenum und gestalten dazu Arbeitsgruppen. In dieser werden mögliche Projekte erarbeitet. Die Ergebnisse werden gesammelt und ausgewertet.
Ausblick
Nach der Veranstaltung, die ihren Auftakt in Baden-Württemberg haben wird, finden in den Folgemonaten
weitere landesweite Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet statt.
Initiator
AufbruchBildung! e.V. i.Gr., Berlin, http://aufbruchbildung.wordpress.com
Im Bodenseekreis übernimmt Martina Knappert-Hiese vom Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung e.V. (i. Gr.) die Gesamtleitung für die OpenSpace-Konferenz. Sie koordiniert die Organisation der Veranstaltung und ist Ansprechpartner für alle Interessenten und Unterstützer/innen, die gerne bei der großen Aktion am 20.3. im Raum Friedrichshafen (der genaue Ort wird noch mitgeteilt) mitmachen wollen.
Bei der OpenSpace-Konferenz werden sowohl die Idee der neuen Vielfaltschule vorgestellt als auch konkrete Handlungsschritte diskutiert, wie die bestehenden Hauptschulen im Landkreis Konstanz gerettet und weiterentwickelt werden können. Meldungen von Interessenten und Anmeldungen werden bereits jetzt unter fn@aufbruchbildung.de entgegengenommen.