Archiv für Februar 2010
05.03.2010 – Weltgebetstag der Frauen: Alles was Atem hat, lobe Gott
von Martina Knappert-Hiese, Gemeinderätin der GUBB (Gemeinschaft Unabhängiger Bürgerinnen und Bürger) in Kressbronn am Bodensee
Das diesjährige Motto „Alles was Atem hat, lobe Gott“ ist ein geeigneter Anlass, die Bedeutung globalen Denkens für lokales Handeln einmal mehr in den Blick zu nehmen. Die Lebensbedingungen von Familien, Frauen, Männern und Kindern sind in Kamerun nicht nur wegen der Korruption sehr unterschiedlich, sondern weil die Menschen dieses Landes – Bewohner einer ehemaligen Kolonie – den Konflikt ihrer afrikanischen Kulturen mit den Europäern austragen mussten. Der Graben zwischen Armen und Reichen führt dort zu offenen Verteilungskämpfen, die es inzwischen aber auch schon in den Vororten von Paris gegeben hat. Dabei ist die Sorge der Mütter um ihre Kinder überall auf der Erde die gleiche! Frauen haben aufgrund ihrer Gebärfähigkeit möglicherweise einen leichteren Zugang zur Wirklichkeit Gottes, so dass sie ohne weiteres eine Liturgie aus einem anderen Kontinent übernehmen können. Sie erklären sich problemlos solidarisch mit ihren afrikanischen Schwestern und legen den Beweis vor, dass weltumspannend die gleichen unteilbaren Rechte und Werte für alle gelten sollen. Das ist ein treffende Umsetzung des Agenda-Gedankens: global denken (an die Frauen in Afrika) und lokal beten, singen und feiern – im Bewusstsein, dass wir Menschen alleine in unserer heutigen Welt nur wenig ausrichten können.
Weil es jedoch noch keine internationalen Regeln gibt, werden im Weltfinanzsystem die höchsten Gewinne von anonymen Global Players erzielt, die darauf keine Steuern zahlen. Das hat zur Folge, dass die Staatseinnahmen in jedem Land der Erde weiter zurückgehen. Dieser Sachverhalt ist zutiefst unsozial und ungerecht! Sozialabbau überall! Es trifft die Bevölkerung in Deutschland genauso wie die in Kamerun. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit ließ sich die Vorstellung der Einen Welt derartig einfach nachweisen wie heute. Wir sitzen alle in einem Boot! Auch Kommunalpolitik hat deshalb in Zeiten der Krise andere Aufgaben zu bewältigen als noch vor wenigen Jahren und Jahrzehnten, weil sie sonst das Wohl der Allgemeinheit nicht mehr sicherstellen kann. Es wird Zeit, dass die globalen Geschäfte endlich besteuert werden. Wer ein Zeichen setzen will, das uns und allen anderen hilft, der kann sich auf www.steuergegenarmut.de informieren und seinen Willen bekunden. Das hilft uns und den anderen gleichermaßen! In einer gerechteren Welt ist es für uns alle einfacher, Gott und unseren Nächsten die Wertschätzung zu gewähren, die ihnen gebührt. Millionenschwere Investitionen in Prestigeobjekte und unser 2. Preis für die Teilnahme an der Entente Florale dienen noch nicht einmal uneingeschränkt den Frauen in Kressbronn, geschweige denn unseren Schwestern in Kamerun.
GERECHTIGKEIT UND SOLIDARITÄT – Ohne gelebte Werte zerreißt es die Gesellschaft
Von Josef Riegler, Graz (siehe auch www.oekosozial.at)
“Wohlstand für alle!” So lautete das geniale Motto der Sozialen Marktwirtschaft. Das war maßgeschneidert für unsere Volkspartei: Leistung belohnen, Chancen für Tüchtige, aber auch Hilfe für Schwächere und Benachteiligte: “auf die kleinen Leute schauen!”
Seit gut 15 Jahren spielt eine “andere Musi”: Von der einzigen Weltmacht USA wurde der Welt eine ausschließlich profitorientierte Ökonomie aufoktroyiert. Die Instrumente dazu: Weltweit freier Kapitalverkehr, weltweit freie Wahl der Produktionsstandorte, weltweiter Freihandel ohne Rücksicht auf Sozial- und Umweltbelange – garniert mit “Steueroasen” als Plätze für Steuerhinterziehung, Bilanzfälschung und Geldwäsche. Das Motto: Schneller Reichtum ohne Arbeit, immer waghalsigere Spekulation, “Geiz ist geil”. Die Methode: Egoismus, Brutalität, Lüge, groß angelegter Betrug.
Das Ergebnis: Im Oktober 2008 stand die Welt am Abgrund. Wenn nicht Politiker wie Gordon Brown, Nicolas Sarkozy und Angela Merkel blitzartig Tausende Milliarden an Euros, Dollars etc. als Garantien in die Banken “gepumpt” hätten, wäre alles zusammengebrochen. Auf unvorstellbare 10.500 Milliarden Dollar wird von der Commerzbank der Schaden aus der Bankenkrise geschätzt.
Und nun? Herr Madoff, einer der Großbetrüger, erhielt einige hundert Jahre Gefängnis – die kann er gar nicht “absitzen”. Die meisten der Betrüger laufen nach wie vor frei herum, kassieren saftige Boni und lachen über die Politik, weil Regierungen zu keinen gemeinsamen wirksamen Entscheidungen kommen. Die Geschäfte blühen wieder und den Schaden müssen die Bürger “ausbaden”.
MITEINANDER!
Regierungen müssen endlich an einem Strang ziehen! Nach löblichen Absichtserklärungen dominiert in der internationalen Politik wieder der nationalstaatliche Egoismus. Aber wir brauchen Taten! Einige der dringendsten Aufgaben wären:
- Intelligente Regeln für die internationalen Finanzmärkte.
- Rasche Einführung einer weltweiten Abgabe auf Kapitaltransfers. Nur 0,2 Promille (!) brächten allein in der EU 120 Milliarden Euro an Einnahmen – die Kosten für eine Transaktion von 10.000 Euro beliefen sich auf ganze 2 (!) Euro!
- Ausmerzung von Steuerflucht, Bilanzfälschung und Geldwäsche durch “austrocknen” der Steueroasen.
- Verbot zerstörerischer Spekulation bei Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen.
- Vereinbarung einer weltweiten Klimastrategie.
- Einbau von Sozial- und Umweltstandards in die Welthandelsorganisation.
Schon im Jahr 2003 haben Freunde aus der Zivilgesellschaft – vor allem in Deutschland – mit Unterstützung des Ökosozialen Forums ein konkretes Projekt für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung vorgelegt: Den “Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft”. Leider hat es die EU bisher verabsäumt, dieses Konzept mit ihren Möglichkeiten auf Weltebene zu vertreten.
WAS KANN ICH TUN?
Wir “Normalbürger” können die Weltpolitik nicht bestimmen. Andererseits: Es kann sich nur etwas ändern, wenn sich viele einzelne Menschen ändern! Die Fastenzeit wäre für konkrete Schritte gut geeignet – wie etwa:
- Das eigene Gewissen überprüfen und schärfen!
- Überlegt einkaufen.
- Meine Mobilität umweltfreundlich gestalten.
- Mit meinem Geld eine ethische Wirtschaft fördern.
- Sich informieren, um andere informieren zu können.
- Aktiv Meinungsbildung betreiben – durch Leserbriefe, E-Mails, Diskussionen etc.
Unserer Volkspartei empfehle ich, die guten Werte wieder selbstbewußt zu leben. Ich bin dankbar dafür, dass unser Bürgermeister Siegi Nagl auch die Verantwortung für das Ökosoziale Forum Steiermark übernommen hat. Bei Hermann Schützenhöfer und Sepp Pröll weiß ich unser Land in guten Händen. Sie betreiben Politik mit Verantwortungsbewußtsein und Augenmaß.
Nicht den Marktschreiern und Scharlatanen, sondern einer wertorientierten Politik gehört die Zukunft!
Eine hochinteressante Debatte zur Medienkrise
Auf www.faz.net wird z. Z. eine hochinteressante Debatte zur Medienkrise abgebildet. Dahin führt der folgende LINK:
http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html
Hätten die Lehman-Sisters etwas anders gemacht?
Kurzvideo zur Fachtagung mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung am 28.01.2010 in Frankfurt/Main (Siehe: http://news.forum-fuehrung.com/?p=2965).
Das Interview in diesem Video und der Abspann geben Hintergrundinformationen zum Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Videobericht, der inzwischen auf http://news.forum-fuehrung.com/?p=4028 erschienen ist.
Zur Verwirklichung von Gender Mainstreaming oder Geschlechtergerechtigkeit
Von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn
Eine Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle ist als zwingend notwendige Aufgabe des Individuums zu verstehen, das seinen ihm angemessenen Teil zur Wertschöpfung in einer balancierten Gesellschaft beiträgt. Bis heute existieren leider zahlreiche, sich widersprechende Auffassungen darüber, was einen „harten Kerl“ von einer „sorgenden Hausfrau“ unterscheidet bzw. wie gering die Unterschiede zwischen den Geschlechtern tatsächlich ausfallen. Traditionelle Rollenzuschreibungen sind jedoch kaum zweckdienlich, wenn Menschen zukunftsweisende Veränderungen anstreben, indem sie auch die individuellen Wünsche berücksichtigen. Jede einzelne Person, die allzu oft im Fadenkreuz unerfüllbarer Erwartungen steht und sich nicht ohne weiteres von ihren während der Sozialisation erworbenen Verhaltensweisen zu befreien vermag, verzweifelt gelegentlich auch an sich selbst oder den Anforderungen des/der jeweiligen PartnerIn. Eine Gesellschaft wie die bundesdeutsche, die sich weder genügend reproduziert noch um eine bezahlbare Versorgung ihrer Alten und Uralten kümmert, scheint aktuell über sich selbst aus der Perspektive einer „Summe frustrierter Einzelwesen“ nachdenken zu müssen! Und das sind nun mal Männer oder Frauen bzw. Frauen oder Männer. Es sind aber eben nicht beide zusammen und gemeinsam, weil sie nämlich noch gar nicht wissen, was sie voneinander unterscheidet.
Die zukunftsweisende Vorgabe der EU, Gender Mainstreaming in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen zu garantieren, ist bisher in vielen Köpfen noch gar nicht angekommen oder wird zudem häufig mit nach wie vor notwendigen frauenpolitischen Forderungen vermischt. Dabei liegt beim Gender Mainstreaming die Frage nach der Realisierung von Geschlechterdemokratie absolut im Zentrum. Diese Aufgabe ist ohne einen zentralen Perspektivwechsel nicht zu realisieren, den jede Person auch für sich selber bzw. im Dialog mit dem/der jeweiligen PartnerIn gemeinschaftlich zu verwirklichen hat. Das Ziel besteht in der so dringend notwendigen Umsetzung von Geschlechterdemokratie, ohne die es weder eine nachhaltige noch eine zukunftsweisende Wirtschaftsordnung geben kann. Ein feststellbares Roll-Back in längst überwunden geglaubte Verhaltensweisen oder in traditionelle Rollenbilder – gepaart mit einer ungleichen Verteilung von Entwicklungschancen – ist angesichts der augenblicklichen Krise leider wieder traurige Wirklichkeit geworden.
Wer seine eigenen Stärken stärken und seine Schwächen schwächen will, dem sei der aktuelle Überblick aus der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung zur Lektüre dringend empfohlen:
http://www.hlz.tu-darmstadt.de/fileadmin/pdf/polis/polis36web.pdf
Steuer gegen Armut. Eine gute Idee?
Stimmen Sie ab auf: www.steuergegenarmut.de. Mehr zum Hintergrund auf www.steuergegenarmut.org.
Senden Sie den Link auf diesen Beitrag (http://www.fbwe.de/?p=53) an Ihre Familie und Ihre Freunde, damit sich diese eine Meinung zu dem Thema bilden können!
Welche Bedeutung gestehen wir in Zukunft »Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« zu?
Von Andreas Stein, Kassel
In der Vorbereitung der Gründung eines Vereins zur Förderung von Bildung, Wirtschaft und Entwicklung war ich zu Besuch beim langjährigen Mentor der Initiative www.forum-fuehrung.com, Prof. Rainer Kassing. Unsere ersten schriftlich fixierten Intentionen zur Gründung des neuen Vereins hatte ich ihm im Vorfeld zukommen lassen und um seine öffentliche Anregung dazu gebeten. Bildung als Voraussetzung einer innovativen und leistungsfähigen Wirtschaft wird in diesem Kurzinterview ebenso deutlich genannt wie die Notwendigkeit zu angemessenen Investitionen in Grundlagenforschung und Transferdienstleistungen in die Gesellschaft hinein. Gleichzeitig wachsen in einer digital vernetzten Gesellschaft die Bedeutungen von Werten, Ethik und Moral. Auch diese Entwicklungen werden im Gespräch skizziert, gerade vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt.
Zum Start dieser öffentlichen Präsenz
Mit dem Start dieser Internetpräsenz weiten wir, die beiden Initiatoren dieses Engagements, den öffentlichen Auftritt zur Verwirklichung unserer Zielsetzung aus: Am Anfang stand der Wunsch und Wille, mit Gründung eines Vereins einen Rahmen zu schaffen, in dem zukunftsweisende Bildungsangebote strukturiert, ausgetauscht und angeboten werden können. Ein Verein scheint uns zu diesem Zweck aus mehreren Gründen eine interessante Organisationsform darzustellen. Zu diesen Gründen zählen wir u. a.:
- Das Vereinsrecht baut auf das Bürgerliche Gesetzbuch und die prinzipielle Vertragsfreiheit aller Deutschen. Weil nach unserer Auffassung »Vertrag« etwas mit «vertragen« zu tun hat, ist aus unserer Sicht schon dieses Motiv den Versuch der Verwirklichung wert. Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, wie schwer es um das »Gegenseitige vertragen« geworden ist. Und wir sind davon überzeugt, dass mehr »Gegenseitiges vertragen« unserer Kultur gut täte. In diesem Verein können wir es üben. Ebenso können wir üben, Verantwortung auf uns zu nehmen, abzugeben und zu übertragen. Alles auf Basis von Freiwilligkeit.
- In einem Verein sehen wir grundsätzlich eine “Non-Profit-Organisation«, also eine Organisationsform, die nicht auf die Erwirtschaftung von Überschüssen ausgerichtet ist. Wir sind also von den Gewissensfragen frei, ob wir einerseits mit 3% Rendite noch anständige Menschen sind oder ob wir nicht andererseits dumm sind, weil wir nicht auf 25% Rendite hinarbeiten. Unsere Vereinsrendite am Jahresende soll – in Geld gemessen und gezählt – durchschnittlich 0% Rendite sein.
- “Non-Profit” heißt aber nicht “Non-Budget”. Ohne Geld bewegt sich nur wenig in dieser Welt, auch wenn das oftmals traurig erscheint. Bei allem Idealismus: Ohne materielle Grundlagen scheitert die Verwirklichung von Idealen sehr bald am knurrenden Magen.
- Ergebnisorientierte Zusammenarbeit braucht Regeln und eine Kultur des Miteinanders. Die stellen wir in einem Verein in die Öffentlichkeit und somit unter die kritische - oft auch neidische – Beobachtung der Gesellschaft. Wir gehen also davon aus, dass wir etwas erleben werden und sind der Hoffnung, dass wir dabei das Prinzip von Geben und Nehmen nicht aus den Augen verlieren.
- Wir stehen zu unserem Wunsch nach Anerkennung, die wir immateriell und materiell suchen und brauchen. In der richtigen Balance suchen wir unser Ideal und wollen weiterhin auf dem Weg zu diesem Ziel etwas hinzulernen.
Die aufgezählten 5 Punkte sind keine “Verfassung” und kein “Grundgesetz” unserer Zusammenarbeit, nur ein paar Intentionen, die wir in den letzten Monaten herausgearbeitet haben und die uns erwähnenswert erscheinen. Der Start der neuen Internetpräsenz an dieser Stelle scheint uns ein günstiger Augenblick, diese Gedanken bekannt zu machen.
Aus dem nicht eingetragenen Verein (in diesem Status sehen wir unser Engagement heute, weil wir es so ganz legal miteinander vereinbart haben), wollen wir bald einen eingetragenen Verein machen. Dazu haben wir für den 06. März einen Gründungstermin angesetzt, der bereits über die Online-Redaktion www.forum-fuehrung.com der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde. Ob und wie wir unsere Vorstellungen verwirklichen können, wird die Zukunft zeigen. Garantien sind schwer zu geben, wenn es um die Eroberung der Zukunft geht. Chancen scheinen uns in diesem Fall ausreichend, ein kleines Risiko zu wagen.
Martina Knappert-Hiese
Andreas Stein